37. Das Geheimnis des Heiles

(Joh 3)

 

I Jesus offenbart sich dem Nikodemus als Heiland und Erlöser

«Wenn ihr nicht glaubt, da ich von irdischen Dingen zu euch rede, wie werdet ihr glauben, wenn ich von himmlischen zu euch rede?. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß Er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern das ewige Leben habe.»

Nimm deinen Platz zu Füßen Jesu wieder ein. Er will Geheimnisse enthüllen, die Er vom Himmel gebracht hat. «Meine Werke setzen dich in Staunen, meine Worte beunruhigen dich», sagt Er gleichsam. «Du möchtest wissen, wer ich bin und woher ich komme. So höre denn die volle Wahrheit. Ich bin von Gott zu den sündigen Menschen gesandt, ich bin ihre einzige Hoffnung, ihr Erlöser.» Betrachte diese ergreifenden Worte. Die Himmelspforte ist verschlossen, sie muß wieder geöffnet werden. Der gefallene Mensch ist seiner Rechte auf das himmlische Erbe verlustig geworden, er muß sie wieder gewinnen. Auf wen kann er seine Hoffnung setzen? Zu wem kann er mit Vertrauen sagen: «Gib mir wieder, was ich verloren habe, zeig mir wieder den Weg zum wahren Glück!» Meine Seele, blicke auf zu Jenem, Der mit dir redet. Dein Erlöser ist bei dir. Sag Ihm: «Ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich und übergebe mich Dir ganz.»

So sehr hat Gott uns geliebt! Voll Mitleid mit unseren Verirrungen sprach Gott zu seinem eingeborenen Sohn: «Steig hinab, und suche die Sünder auf. Gib dein Blut und Leben für sie hin.» So offenbart sich der Sohn Gottes als unser Erlöser. Er will als Heiland von uns aufgenommen werden. Er sagt: «Ich bin nicht gekommen, um zu richten, sondern, um zu retten. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß Er die Welt richte, sondern, daß die Welt durch Ihn gerettet werde.» Darum fürchte Ihn nicht. Nur jene sollten Ihn fürchten, die meinen, keines Erlösers zu bedürfen, und die das Heil verschmähen, das Er ihnen bringen möchte. Diese werden ewig verlorengehen, denn Jesus kann uns nicht gegen unseren Willen retten.

 

II Jesus beklagt, daß die Menschen die Finsternis des Unglaubens dem Licht der Offenbarung vorziehen

«Wer an mich glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht glaubt an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das Gericht besteht aber darin: Das Licht ist in die Welt gekommen, doch die Menschen hatten die Finsternis lieber als das Licht; denn ihre Werke waren böse.»

Der Heiland hat nur unendlich Tröstliches verkündet. Er verheißt den Menschen die Verzeihung ihrer Sünden, Er offenbart ihnen die Seligkeit des Himmel, deren Besitz Er auf den Glauben gründet. Und dennoch bleiben die meisten Menschen taub für ein solches Angebot. Sie sind angesteckt von der Torheit des Stolzes, der Menschenfurcht, der falschen Wissenschaft, des persönlichen Interesses. Beklage ihr Unglück.

Trage Sorge, einem solchen Schicksal zu entgehen. Da der Heiland selbst lehrt, daß man sich nur durch den Glauben vor dem ewigen Verderben bewahren kann, so zögere nicht, dich Ihm gläubig zu unterwerfen. Bemühe dich, einfach und gelehrig zu werden, wie es einem armen Geschöpf dem Sohn Gottes gegenüber geziemt.

«Die Menschen haben die Finsternis lieber als das Licht», sagt Jesus. Folge ihnen nicht. Verlaß die Finsternis und komm zum Licht! Je mehr die Wahrheit dich erleuchtet, um so leichter und süßer wird dir das Joch der göttlichen Gebote werden. Gib dich Jesus hin. Er selbst wird dir übernatürliches Verständnis geben für die Geheimnisse, die Er dir offenbart. Um diese Geheimnisse besser zu erfassen, bring Ihm deinen Wunsch und Entschluß dar, dir selbst abzusterben und die Irrwege deines bisherigen sündhaften Lebens zu verlassen.