„Liebendes Zwiegespräch“

von der hl. Teresa von Avila

Die eucharistische Frömmigkeit der heiligen Kirchenlehrerin Teresa von Avila kommt in ihrem „Liebenden Zwiegespräch“ zum Ausdruck (VI/283):

 

1.    „Brennst in Liebe Du zu mir,
Wie ich brenne, Herr, zu Dir?
All mein Sinnen, sag' wo's ruht,
Und das Deine, höchstes Gut?
 

2.    Was begehrst Du, Herr, von mir?
Herr, zu schaun Dein Angesicht.
Was macht einzig Kummer Dir?
Dass ich Dich verlier, mein Licht!
 

3.    Gib mir Liebe, die Dich minnt,
Bis sie Dich für stets gewinnt,
Dass ich bau ein Nest ganz warm,
Drin ich ruhe sonder Harm.
 

4.    Freundin, Gott in Deinem Herzen,
Welcher Mangel kann dich schmerzen?
Meine Liebe, Herr, zu mehren,
Das ist einzig mein Begehren.
Darum will ich stets und treu
Mich zur Liebe kehren neu."

 

Zwischen der hl. Teresa von Avila und dem hl. Johannes vom Kreuz bestand eine lebenslange innig-geistliche Beziehung, in der sie ihre leidenschaftliche Sehnsucht nach Gott, nach der Erfahrung seiner Nähe bis in mystische Erlebnisse hinein teilten.